The Burning Wall
Dissens und Opposition hinter der Mauer
Ein Film von Hava Kohav Beller

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Die Geschichte des Andersdenkens in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) beleuchtet das höchst aktuelle Dilemma der Opposition des Einzelnen in einem totalitären Staat. The Burning Wall schildert vor allem die Entwicklung dieses Andersdenkens zwischen 1949 und 1989 und untersucht die Grundzüge der Motivation derer, die für soziale Gerechtigkeit, bürgerliche Freiheiten, freie Rede und Menschenrechte eintraten, Verantwortung gegenüber dem eigenen ethischen Kodex über die Gesetze des politischen Unterdrückungssystems ihres Landes stellten und bereit waren, die Folgen zu tragen.

Anhand eingehender Interviews, Wochenschauen und anderer Archivmaterialien sowie zeitgenössischen Filmmaterials stellt dieser Film die moralische und politische Entwicklung ostdeutscher Dissidenten in den Mittelpunkt. Indem er die grundlegenden Dogmen der Ideale des Sozialismus betrachtet, die nach dem Kriege als Grundstein einer neuen Gesellschaft verstanden wurden, und das repressive Regime, das an ihrer Stelle entstand erörtert, verfolgt der Film die Entwicklung von Dissens und Opposition in einer geschlossenen Gesellschaft. Außerdem veranschaulicht der Film den Zusammenstoß zwischen Vorstellungen und Realitäten und fängt die Zwiespältigkeiten und Widersprüche ebenso ein wie das menschliche Gesicht dieser schwierigen Zeit.

Er gibt ein Bild der entstehenden Opposition: vom ersten Sichrühren vereinzelter, individueller Widerstandshandlungen über eine wachsende Dissidentenbewegung, bis hin zu dem erstaunlichen Anschwellen des Widerstands, der die Mauer zu Fall brachte und zum Zusammenbruch des DDR-Regimes führte.

Dieser Film fragt und sucht. Er ist ein Versuch, die historischen, soziologischen und psychologischen Hintergründe der DDR zu verstehen und zu ergründen, wie sie das Leben ihrer Bürger formten. Er ist kein Moralitätenschauspiel von Gut und Böse in der DDR, sondern die Geschichte von Menschen, die sich vor Gewissens- und Willensentscheidungen gestellt sahen. Die durch ihre Oppositionshandlungen aufgeworfenen entscheidenden Fragen überschreiten alle Grenzen von Ort und Zeit und bilden ein iniverselles, heute wie gestern gültiges Anliegen.